Was leistet die Kammer?

Alle in Österreich zugelassenen Ärztinnen und Ärzte

– mit Ausnahme ausschließlicher Amts-, Militär- und Polizeiärzte – sind kraft Gesetz Mitglied in einer der Landesärztekammern.

„Die Ärztekammern sind berufen, die gemeinsamen beruflichen, sozialen und wirtschaftlichen Belange der Ärzte, einschließlich Berufsgruppen von Ärzten, wahrzunehmen und zu fördern sowie für die Wahrung des Berufsansehens und der Berufspflichten der Ärzte zu sorgen“, heißt es im Ärztegesetz 1998.
In ihrem Leitbild umschreibt die Wiener Ärztekammer ihre Tätigkeit in empathischeren Worten: „Die Ärztekammer für Wien sieht sich als professionell organisierten Dienstleistungsbetrieb für ihre Mitglieder, der die ihr übertragenen Aufgaben möglichst effizient und effektiv auf Grundlage der gesetzlichen Vorgaben erfüllt.“
Ob die Ärztekammern ihren Aufgaben nachkommen, steht nicht nur auf dem Prüfstand der Selbstverwaltung. Die Bundesländer fungieren als Aufsichtsbehörde der jeweiligen Landesärztekammer.

Die Struktur der Ärztekammer

Die Ärztekammer ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts. Sie besteht aus den Kurien niedergelassene Ärzte und angestellte Ärzte.
Die Kurie niedergelassene Ärzte teilt sich in die Sektion für Allgemeinmedizin und in die Sektion Fachärzte.
Die Kurie angestellte Ärzte wird in die Sektion Turnusärzte und in die Sektion der zur selbstständigen Berufsausübung berechtigten Ärzte gesplittet. Diese Struktur wurde mit dem Ärztegesetz 1998 eingeführt.
Die weiteren Gremien der Wiener Ärztekammer– wie auch jeder anderen Landesärztekammer – sind die Vollversammlung, der Vorstand und das Präsidium sowie Gremien zum Wohlfahrtsfonds mit Vertretern der Zahnärzte. Der Präsident wird aus der Mitte der Vollversammlung gewählt und vertritt die Ärztekammer nach außen.
Weiters gibt es die nach medizinischen Fächern eingeteilten Fachgruppen, die eine ausschließlich beratende Funktion haben.
Außerdem gibt es noch verschiedene Referate, die sich mit fächerübergreifenden oder nicht-medizinischen Sonderthemen beschäftigen – von A wie Arbeitsmedizin bis Z wie Zentrum für Allgemeinmedizin – und die ebenfalls nur beratend tätig sind.
In Gestalt der Bezirksärztevertreter ist die Wiener Ärztekammer auch auf lokaler Ebene tätig.

Die wichtigsten Aufgabenbereiche im Überblick

Behördliche Aufgaben:

  • Führung der Ärzteliste: Jede Ärztin und jeder Arzt ist verpflichtet, sich unmittelbar vor Antritt einer ärztlichen Tätigkeit in Österreich bei der jeweiligen Ärztekammer in die Ärzteliste eintragen zu lassen. Diese umfasst alle relevanten Daten die ärztliche Tätigkeit betreffend.
  • Kompetenzen im Bereich der Ausbildung: Die Ärztekammer erteilt die Ausbildungsberechtigungen. Über die Akademie der Ärzte werden auch Arztprüfungen durchgeführt und der erfolgreiche Abschluss einer Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin oder Facharzt geprüft.
  • Organisation der Fortbildung: Die Wiener Ärztekammer organisiert und betreut eine Reihe von Fortbildungsveranstaltungen: die im zweimal jährlich erscheinenden Fortbildungsheft gelisteten Fortbildungsseminare ebenso wie die diversen Fortbildungsveranstaltungen.
  • Qualitätssicherungen und Disziplinargerichtsbarkeit: In der Ärztekammer gibt es Disziplinarkommissionen, die tätig werden, wenn Mediziner das Ansehen der Ärzteschaft schädigen oder ihre Berufspflichten verletzen.

Interessenvertretung und Service für Ärztinnen und Ärzte:

  • Politisches Lobbying: Die Wiener Ärztekammer vertritt die Interessen der Wiener Ärzteschaft gegenüber der Politik und wird auch regelmäßig eingeladen, offizielle Stellungnahmen zu geplanten Änderungen von Gesetzen, die den Gesundheitsbereich betreffen, abzugeben; zudem wird die Ärztekammer zu vielen Verhandlungen von Gesetzen beigezogen.
  • Verhandlungen mit gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen
  • Verhandlungen mit öffentlichen und privaten Spitalsträgern
  • Beratungen für Ärztinnen und Ärzte in beruflichen Belangen

Soziale Absicherung

  • Erfolgt durch den Wohlfahrtsfonds. Die Leistungen umfassen Krankenunterstützung, Invaliditätsversorgung, Altersversorgung, Versorgung von Witwen bzw. Witwern und die Versorgung der noch nicht volljährigen bzw. noch in Berufsausbildung befindlichen Nachkommen.